
Museums-Insel Hombroich - Kunst, Natur & Architektur
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Hier fing alles an. Das klingt jetzt pathetisch, aber so war es. Denn hier fing meine Faszination für Räume und ihre Atmosphäre an. Ich war vielleicht 14 oder 15 Jahre alt, als ich das erste Mal hier war und ich war wie gefangen von der Interaktion zwischen Natur, Architektur und Kunst.
Alles geht fließend ineinander über, ergänzt sich und wird erst gemeinsam zu einem harmonischen Gesamtbild. Es war auch das erste Mal, dass ich Kunst als Teil eines Raumes wahrgenommen habe. Also, nicht zum Selbstzweck ausgestellt, sondern in Synergie mit der Umgebung, was für mich die Kraft der Kunstwerke noch verstärkt hat (und mich zum Fan von Gotthard Graubner hat werden lassen).
Ich fand zwar schon als Kind und Teenager Museen immer toll, gleichzeitig mochte ich mich dort selten unbefangen bewegen, weil es oft so steif und reglementiert zuging. Bei meinem ersten Besuch auf der Insel Hombroich hat mich deshalb auch diese ungewöhnliche Art des Museumskonzeptes begeistert: Die Türen der verschiedenen Museumsgebäude stehen offen, es ist hell, es kommt Luft hinein, es gibt keine Aufseher, keine Beschilderung und die Besucher dürfen sich ganz autark auf ihre eigene Entdeckungsreise begeben.
Obwohl dieser erste Besuch nun 30 Jahre her ist, ist er mir immer noch bis ins Detail präsent. Deshalb habe ich mir vor einiger Zeit den Wunsch erfüllt, nochmal wieder zur Insel Hombroich zu fahren und in diese Erinnerungen einzutauchen. Und, was soll ich sagen, die Faszination war genau wie damals.
Kunst parallel zur Natur. Das Motto von Museum Insel Hombroich, entstanden in Anlehnung an eine Äußerung von Paul Cézanne, Kunst sei eine Harmonie parallel zur Natur, kennzeichnet den Entwurf eines musealen und landschaftlichen Idealraums. Zur Präsentation einer bedeutenden Kunstsammlung entwickelte ihn der Sammler Karl-Heinrich Müller gemeinsam mit den Künstlern Gotthard Graubner (Sammlungsinstallation) und Erwin Heerich (begehbare Skulpturen) sowie dem Landschaftsplaner Bernhard Korte (Landschaft).
Das 1987 eröffnete Museum Insel Hombroich umfasst ein Landschaftsschutzareal von 21 ha und ist ein reines Tageslichtmuseum mit zehn begehbaren, teils als Ausstellungsgebäude genutzten Skulpturen. Um Kunst und Natur sinnlich erfahrbar zu machen, wird neben künstlicher Beleuchtung auf Beschilderungen, Bildlegenden, Absperrungen etc. sowie jegliche Didaktik verzichtet. Das Museum appelliert an die Verantwortung der Besucher, sich angemessen zu verhalten.
Text: Maike Kristina Harich
Infos www.inselhombroich.de/de/museum
Copyright Fotos: Thomas Riehle