Umzug zurück nach Hause

Mitte Oktober kam der Anruf meiner (sehr netten) Vermieter: Sie brauchen meine Atelier- und Büroräume wieder für sich selbst, da ihr Unternehmen inzwischen aus allen Nähten platzt. Ich war erst schockiert. Aber dann dankbar. Dankbar dafür, dass sie mir eine Entscheidung abgenommen haben, die ich längst selbst hätte fällen sollen.

Denn ich habe schon länger das Bedürfnis, mich zu reduzieren. Auch räumlich. Und wieder alles unter einem Dach in unserem Zuhause zu haben. Aber ein gewisses Statusdenken hielt mich davon ab. Ein Denken, was ich meinte, dass ich es nach meinem bewussten Ausstieg aus der Agenturwelt (und der dazugehörigen Agenturvilla und dem Agenturprotzauto und den unbequemen Hosenanzügen samt noch unbequemerer Highheels) hinter mir gelassen hatte.

Ich denke, wir sind oft noch so geprägt davon, dass der Wert eines Menschen durch das bestimmt wird, was jemand hat und nicht durch das, was jemand ist. Und dass unsere Lebens- und Arbeitsräume inzwischen dazuzählen. Es ist noch oft selbstverständlich, dass Größer gleich Besser ist. Womit ein Großteil der Menschen schon einmal abgehängt wird, der sich keine schicke Altbauwohnung, keinen hippen Stadtteil und schon gar kein Haus leisten kann oder überhaupt gar nicht erst ein Dach über dem Kopf findet angesichts des völlig absurden Immobilienmarktes. Ich weiß, dass meine Familie und ich privilegiert sind, ein Haus zu haben. Und ich mag dieses Haus sehr, weil es Ecken und Kanten hat und Geborgenheit. Ich weiß jetzt, dass ich lieber dieses Haus, was ich eh schon habe, wertschätzen und pflegen möchte, anstatt nach dem nächsten Gipfel Ausschau zu halten.

So machte ich mich also gar nicht weiter auf die Suche nach neuen Atelier- und Büroräumen, sondern bin wieder zuhause eingezogen. In das Atelier dort, was die ganze Zeit schon da war und nur wieder neu entdeckt werden wollte.

Und so genieße ich es jetzt jeden Morgen, dort zu schreiben, zu zeichnen, zu denken, am großen Eichentisch Bestellungen zu verpacken, meine Bilder und Karten ab und an woanders auszustellen.

Für Sie und euch bleibt alles, wie gewohnt: Bestellungen sind über meinen Online-Shop möglich und Anfragen zu Beratungen per E-Mail oder über das Kontaktformular.

Moving back home

In mid-October came the call from my (very nice) landlords: They need my studio and office space for themselves again, as their business is now bursting at the seams. I was shocked at first. But then grateful. Grateful that they took a decision off my hands that I should have made myself long ago.

For a long time now, I have felt the need to downsize. Spatially, too. And to have everything under one roof again in our home. But a certain status thinking kept me from doing so. A thinking I thought I had left behind after my conscious exit from the agency world (and the agency mansion and the agency swank car and the uncomfortable pantsuits along with even more uncomfortable high heels that went with it).

I think we are often still so influenced by the idea that a person’s worth is determined by what someone has, not by what someone is. And that our living and working spaces now count towards that. It is still often taken for granted that bigger equals better. Which means that a large number of people are already left behind, who can’t afford a chic historic flat, a hip neighbourhood and certainly not a house, or who can’t even find a roof over their heads in the first place in view of the completely absurd real estate market. I know that my family and I are privileged to have an own house. And I like this house very much because it has corners and edges and feeling of being at ease. I know now that I would rather cherish and look after this house, which I have anyway, instead of looking for the next peak.

So I didn’t even continue looking for new studio and office space, but moved back home. Into the office there, which had been there all along and just wanted to be rediscovered.

And so now I enjoy writing, drawing, thinking there every morning, packing orders at the big oak table, displaying my paintings and cards somewhere else now and then.

For you, everything remains as usual: orders are possible via my online shop and requests for consultations by email or via the contact form.

Text: Maike Kristina Harich

Foto: Maren Richter Photography